April. Klassiker-Monat. Mein viertes Rennen in dieser Saison – und mit Lüttich–Bastogne–Lüttich das vielleicht ehrwürdigste von allen. La Doyenne. Die alte Dame der Klassiker.
Manche Siege wiegen mehr als jede Trophäe. Tadej Pogačar fuhr an diesem Tag mit einer schwarzen Schleife am Arm – in Erinnerung an seinen früheren UAE-Teamkollegen Cristian Camilo Muñoz, der mit nur 30 Jahren viel zu früh verstorben ist. Und dann fuhr er, wie nur er fahren kann.
An der Côte de la Redoute attackierte der Weltmeister – entschlossen, unausweichlich. Doch einer ließ ihn nicht ziehen: der 19-jährige Paul Seixas. Furchtlos. Brutal stark. Er hielt Kilometer um Kilometer das Tempo des besten Kletterers der Welt mit. Erst am letzten Anstieg riss die Lücke auf. Erst dann.
Pogačar holte sich sein viertes Monument. Aber es war auch der Tag, an dem Frankreich vielleicht seinen nächsten Superstar gefunden hat.
Bei den Frauen war es Demi Vollering, die das Rennen ebenfalls an der Côte de la Redoute entschied – mit einem brutalen Solo-Antritt 35 Kilometer vor dem Ziel, dem niemand mehr folgen konnte. Am Ende stand ihr dritter Sieg bei Liège–Bastogne–Liège Femmes – Rekordsiegerin der Doyenne. Dahinter machten Puck Pieterse, Katarzyna Niewiadoma und Anna van der Breggen das Podium unter sich aus.
Männer: 1. Tadej Pogačar · 2. Paul Seixas · 3. Remco Evenepoel
Frauen: 1. Demi Vollering · 2. Puck Pieterse · 3. Katarzyna Niewiadoma






