17 Kilometer vor dem Ziel. Carrefour de l’Arbre. Fünf-Sterne-Pavé. Die berüchtigtste Kopfsteinpflaster-Sektion vor dem Velodrom – und der Ort, an dem dieses Rennen seine Vorentscheidung findet.
Hier ging ich nah ran. Schulter an Schulter fuhren Wout van Aert und Tadej Pogačar über die rauesten Steine des Radsports. Jeder Meter ein Kampf, jede Kurve ein Krieg. Der Weltmeister fuhr an seinem Limit – und einer nahm es an. Nach 258 Kilometern Staub, Erschütterungen und Schmerz behielt Wout van Aert im Velodrom von Roubaix die Nerven, wo viele ihn längst abgeschrieben hatten. Auf den letzten 100 Metern des Sprints ließ er den scheinbar unschlagbaren Pogačar stehen. Ein Sieg, der nach mehr klingt als nach einer Pflasterstein-Trophäe – nach Wiedergeburt.
Bei den Frauen schrieb die Deutsche Franziska Koch Geschichte. Sie hielt das Tempo der Unantastbaren mit, blieb cool, wo andere zerbrachen, und holte sich auf der Holzbahn von Roubaix den Sprint ihres Lebens – gegen Marianne Vos. Gegen Pauline Ferrand-Prevot, die amtierende Tour-de-France-Siegerin. Gegen alle. Eine deutsche Siegerin in Roubaix – das ist der Moment, an den man sich noch lange erinnern wird.
Männer: 1. Wout van Aert · 2. Tadej Pogačar · 3. Jasper Stuyven
Frauen: 1. Franziska Koch · 2. Marianne Vos · 3. Pauline Ferrand-Prevot







